Kostolany Analyse April 2015, 14. KW

Meine Kostolany-Analyse ist eine Börsenanalyse der ganz großen Wellen. Leser meiner Homepage sollten hier also keine kurzfristigen Voraussagen erwarten. Eine Korrektur von 10 % wird von mir eigentlich nicht gehandelt, sondern ich versuche lediglich den großen Abwärtsbewegungen von 20 % und mehr auszuweichen.


Daher sind die Kostolany-Analysen auch nicht so schnell und interaktiv, wie man es vielleicht von anderen Börsenhomepages kennt.

Aber Leser von "schnellen" Homepages sollten auch immer gucken, wie häufig diese Tipps tatsächlich einen geldwerten Vorteil bringen.

Börsenhomepages neigen wie Analysten dazu, ihre richtigen Vorhersagen zu feiern und die falschen Vorhersagen unter den Tisch fallen zu lassen. Ob man damit aber langfristig ein Plus macht, steht in den Sternen.

Um es mal ganz hart zu sagen: Ein Trader, der seit Mitte 2011 nach Gebühren nicht mindestens seinen Einsatz verdoppelt hat, hatte einen unnötigen Aufwand. Wer nur ein geringes Plus oder sogar ein Minus hat, hat es sogar falsch gemacht.

Seit Mitte 2011 hätte es nämlich gereicht, den DAX zu kaufen. Bis heute hat sich dieser mehr als verdoppelt!

Und diese langweilige Anlage hat ein deutlich niedriges Risiko, als es viele Trader mit Short-Papieren eingehen.

Und nicht falsch verstehen. Ich gönne allen Tradern ihre Gewinne. Ich stehe als langfristiger Anleger ja nicht in Konkurrenz.
Aber ich bezweifel, dass viele Trader tatsächlich große Gewinne erzielen.

Jetzt aber genug vom Oberlehrerhaften. Kommen wir jetzt zur eigentlichen aktuellen Analyse:


Börsen-Umsätze:

Die Umsätze beim DAX beginnen langsam wieder zu steigen. Das spricht für ein gesteigertes Interesse an Aktien.
Lt. Kostolany sind steigende Umsätze bei steigenden Kursen ein schlechtes Zeichen, da dann die Zittrigen zurück an die Börse kommen.

Somit sind die zunehmenden Umsätze aktuell eher negativ anzusehen. Ein akutes Verkaufssignal darf daraus aber auch noch nicht entnommen werden, dafür ist es wohl noch zu früh. Allerdings könnte es jetzt so weit sein, dass wir langsam in die Phase der Übertreibung eintreten.

Im Zusammenhang mit den zunehmenden Umsätzen sollte man vielleicht eine Top-Bildung im Auge behalten. Bei den letzten größeren Bewegungen 2008 und 2011 gab vorher jeweils eine lange Top-Bildung, bevor die Kursverluste kamen.
Aktuell sehe ich noch keine Topbildung, aber wenn Dow und DAX sich in den nächsten Monaten weiter seitwärts bewegen, sollte man aufmerksam sein.


Beim wöchentlichen Chart ist etwas anderes interessant, was ich bei meinem Chart bislang so noch nicht gesehen habe.
Die grüne Füllung beim Umsatz ergibt sich daraus, dass die Umsätze mal bei negativen und mal bei positiven Kursbewegungen entstanden sind.
Aktuell hatten wir nun einige ausschließlich positive Wochen, was zu einem weißen Fleck bei den Umsätzen führt.

Diese ausschließlich positiven Wochen sind für investierte Anleger zwar schön, aber so ganz gesund für die weitere Bewegung ist es sicherlich nicht.


Beim Dow Jones sehen die Börsenumsätze noch viel harmloser aus. Eigentlich haben sich die Umsätze hier nur erstmals seit 2007 wieder auf niedrigem Niveau stabilisiert. Vorher hatten wir ausschließlich abnehmde Umsätze.
Beim Dow ist dafür um so interessanter zu beobachten, ob wir jetzt vor einer Topbildung stehen oder nicht. Es könnte gerade der Grundstein dafür gelegt werden, vielleicht geht es aber auch im April und Mai weiter nach oben. Eigentlich kommen jetzt ja die guten Börsenmonate.



Zinsen:

Die Leitzinsen wurden weltweit auch in den letzten Monaten größtenteils nur gesenkt. Nur wenige Ausnahmen haben die Leitzinsen erhöht.

Die für mich relevatenen Notenbanken FED und EZB haben die Zinsen auf historisch niedrigem Niveau belassen.
Die EZB hat nun sogar ebenfalls ein QE-Maßnahme gestartet und kauft für über 1 Billion Euro Anleihen.

Und die QE-Maßnahme erklärt auch sicherlich die aktuell stark angestiegenen Kurse im DAX. In den USA und Japan führten ähnliche Maßnahmen zu ähnlichen Kursgewinnen.

Persönlich halte ich von den QE-Maßnahmen ja wenig, aber als Aktionär sind diese Maßnahmen erst einmal ausschließlich positiv zu bewerten. Die neue Liquidität führt zu steigenden Kursen.
Gefährlich wirds dann irgendwann, wenn die Notenbanken wieder loswerden wollen/müssen, dann könnte es eine große Belastung für die Märkte werden. Aber da sind wir noch nicht!


Mein Rentenindikator sieht ebenfalls noch keine Gefahr, auch von dieser Seite ist die Zinsanalyse aktuell absolut positiv!





IPO / Neuemissionen:

Bei den Neuemissionen habe ich bei der Homepage Finanzen.net ein neues Hoch bei den angekündigten IPOs ausgewertet.

Allerdings startet meine Auswertung erst 2012, daher ist diese Auswertung zwar schön bunt aber nicht zu Aussagekräftig. In den Jahren 2005-2007 oder vor 2000 gab es noch deutlich mehr IPOs, von einer Euphorie würde ich hier noch nicht ausgehen.
Bei meinen langfristigen Analysen gibt es aber keine neuen Daten.

Etwas negativ sehe ich aber die Differenz der positiven und negativen Kursentwicklungen der letzten 20 IPOs. Die Kursbewegungen sind hier fast ausschließlich positiv.



Talk of the Town:

Beim Talk of the Town meine ich immer noch, dass die Börse noch nicht das Standartthema geworden ist. Aber ich meine, dass schon wieder mehr als vor 2-3 Jahren über Aktien gesprochen wird.

Als kleinen Chart habe ich mal meine Bild-Zeitung-Index ausgewertet. Hier gucke ich, wie viele News die Bild-Zeitung zum DAX pro Monat postet.
Aktuell ist es bei der Bild-Zeitung recht ruhig, was ein gutes Zeichen ist.
Allerdings beschäftigt sich die Bild für die Leser auch wieder mit dem Thema Aktienfonds, was eher ein schlechtes Zeichen ist.

Bei Berichten zur Börse sind die meisten Kommentare aber absolut negativ, was für mich ein positives Zeichen ist.


Insgesamt meine ich, dass auch beim Talk of the Town noch nichts von einer Euphorie zu spüren ist.



Fazit:

Aus meinen Kostolany-Analysen kann ich immer noch keine Euphorie erkennen, somit bleiben Aktien langfristig weiterhin interessant.
Kurzfristig könnte es jetzt natürlich noch eine Korrektur geben, da die Aufwärtsbewegung sehr heftig war. Muss es aber auch nicht, also einfach die Hände ruhig halten und eine eventuelle Korrektur aussitzen.

Im Auge behalten muss man aus meiner Sicht aktuell eigentlich nur eine Top-Bildung. Nach vielen Hausse-Jahren könnte ein Crash durchaus dieses oder nächstes Jahr möglich sein. Sehen kann ich ihn aktuell aber noch nicht.


Vorherige Analyse: http://daxtrend.blogspot.de/2015/03/kostolany-analyse-marz-2015-12-kw.html


Kommentare

Beliebte Posts