Investmentfonds und News, April 2015, 16. KW

Börseneuphorie durch gestiegene Aktienkurse? Bei den Deutschen merkt man davon allerdings noch nicht viel.

"Die Aktienkultur in Deutschland erleidet 2014 einen erneuten Rückschlag: Rund 500.000 Menschen trennen sich von Aktien oder Anteilen an Aktienfonds. Die Zahl der Aktienanleger sinkt damit zum zweiten Mal in Folge - und zwar trotz steigender Kurse."
(Quelle DAI: https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/studien.html?d=308)

Das ist für mich ein eindeutiges Zeichen, dass wir von einer Euphorie noch weit entfernt sind.
Es erscheint fast so, als wenn die Deutschen Anleger aktuell nur versuchen ihre alten Depots abzubauen.

Beigefügt ein Chart zu den Aktionärszahlen, der die abnehmenden Aktionärszahlen verdeutlicht.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der Fakt, dass vor allem jüngere Deutsche immer weniger in Aktien investiert sind.
Auch hier glaube ich, dass ein neuer Trend vor allem von jüngeren Anlegern aufgegriffen werden kann und dann zur nächsten Euphorie führen kann.




Bei den aktuellen Zahlen zu Aktienfonds habe ich ähnliche Werte. Bei den Mittelzuflüssen in Aktienfonds sieht es aus Sicht von 12 Monaten immer noch schlecht aus. Aktienfonds scheinen nicht sehr beliebt zu sein.
Hingegen sind Mischfonds aktuell die erste Wahl (Risiko Mittel) und haben sogar Rentenfonds hinter sich gelassen.



Bei den reinen Vermögen in den Fondsgruppen sieht es jedoch schon etwas anders aus. Hier ist das Volumen der Aktienfonds deutlich angestiegen, Ursache sind hier natürlich die starken Kursgewinne. Trotzdem ist das Verhältnis der Vermögen in Aktienfonds deutlich höher als in den anderen Fondsgruppen.

Auffällig ist hier für mich hier jedoch, dass die Mischfonds aktuell einen ähnlichen Anstieg haben. Das ist für mich tatsächlich ein gefährliches Zeichen, da Mischfonds meistens Zyklisch handeln und somit Trends verstärken. Mischfonds könnten daher aktuell zu stark in Aktien investiert sein und demnächst zu Verkäufen gezwungen sein.
Ich persönlich halte gar nichts von Mischfonds, da die Werbung viel verspricht, die Fonds aber dann nichts halten. Mischfonds schaffen es tatsächlich nicht, einer einfachen 50:50 Verteilung auf Aktien und Rentenpapiere zu schlagen. 



Beigefügt auch noch die Charts der weltweiten Mittelzuflüssen in Fonds. Hier hatten wir in den letzten Monaten Mittelzuflüsse, die zuletzt jedoch deutlich nachgelassen haben.
Eine größere Erkenntnis kann ich aus diesen Werten aktuell aber nicht ziehen.



Fazit:
Eine Übertreibung sehe ich auf Basis der Mittelzuflüsse bei Aktienfonds immer noch nicht. Vielmehr scheint eine große Euphorie für mich noch weit entfernt zu sein.
Und ich sage nach wie vor eine große Euphorie wie den Neuen Markt voraus. Dieser kann aber noch 10 Jahre in der Zukunft liegen.

Aktuell sehe ich keine mit 2000 vergleichbare Euphorie, auch wenn viele Anleger und Crash-Gurus ähnliches zu erkennen glauben.

Das muss allerdings nicht heißen, dass wir bis dahin nicht noch einen Crash oder einen Bärenmarkt sehen können. Bis zur "großen" Euphorie erwarte ich selbst eine stärkere Abwärtsbewegung in den nächsten Jahren.

Ein Anleger muss ich hier allerdings überlegen, ob man aus lauter Angst vor Kursverlusten nur zuguckt. Oder ob man das Risiko geht und mögliche Kursverluste notfalls aussitzen kann.

Ambition meines Blogs ist es auch einen Bärenmarkt zu umgehen. Aber lieber mache ich einen Crash von 20 % oder mehr mit als dass ich die langfristige Aufwärtsbewegung verpasse.



Beigefügt auch mal wieder ein paar News der letzten Wochen:

1. Diszipliniert sein und Investmentbanker meiden 9 Gründe, warum ...
manager-magazin.de-vor 21 Stunden
Wenn es je einen guten Zeitpunkt gab, um das Erfolgsgeheimnis von Warren Buffett zu ergründen, dann ist es der gegenwärtige. Vor ziemlich ...

So einfach ist es Multimilliardär zu werden.
Für mich persönlich aber die Bestätigung in einigen Punkten. Konsequent eine Anlagemethode verfolgen. Und vertraue nicht deinem Investmentbanker, bei mir also dem Bankberater.
Ich persönlich vertraue meinem Bankberater schon, habe mein Depot aber trotzdem online und tätige Aktieninvestments ohne Beratung.

4. Wie Warren Buffett Multi-Milliardär wurde: Anlagetricks zum ...
STERN-06.03.2015
Buffett selbst ist mit mehr als 70 Milliarden Dollar der weltweit drittreichste ... Dabei hätte wohl niemand nur einen Dollar auf Warren Buffett ...

Diese Tipps finde ich noch etwas sinnvoller. Wenn man sich an diese Regeln langfristig hält, sollte dem Vermögensaufbau nichts im Wege stehen.
Aber gerade der Aktionismus ist häufig etwas, was man als Anleger schwer abstellen kann.

12.100 – würde Kostolany jetzt kaufen?
wallstreet-online-vor 21 Stunden
Mit diesem Zitat könnte Stefan Riße in dieser Woche bei Gib Ihm SauRiß durchaus einsteigen, denn sein alter Weggefährte Andre Kostolany ...

Geht die Rally weiter oder droht eine Korrektur? Der Artikel gibt auch keine Antwort, aber er trifft ganz gut meine Meinung.

6. Börsenpsychologie: Diese 5 Fehler sollten Anleger vermeiden
Finanzen100-19.03.2015
Börse ist das Zusammenwirken von „Geld und Psychologie“, hat Investment-Guru André Kostolany einmal sehr treffend gesagt. Viele Anleger handelten damals ...

5 hilfreiche Tipps zu typischen Denkfehlern, die jeder Anleger hat. Ziel sollte es sein, sich dieser Denkfehler bewusst zu sein und daraus einen eigenen Vorteil zu gewinnen.

3. Üppige Bewertungen
Finanzen.net-19.03.2015
Fakt ist: Anhand der von mir bei der Gesamtmarkteinschätzung favorisierten Kennziffer KBV hat der DAX mit 2,1 das Niveau aus dem letzten ...

Aktien sind nicht mehr günstig. Und wenn man nur die echten Buchwerte anschaut, sind Aktien sogar teurer als in 2000.

7. Anlagen-Kolumne: Radikales Umdenken notwendig
Ärzte Zeitung-24.03.2015
... richtig zu deuten, sollten sich Investoren auch eine Weisheit des legendären Finanzexperten André Kostolany vergegenwärtigen: Er verglich ...

Dem Artikel stimme ich zu. In Europa sind Aktien noch nicht zu teuer. Und es fehlen einfach die Anlagealternativen.
Aber Kostolany sagte schon, dass es kein gutes Zeichen ist, wenn Auslandskäufe genannt werden.

3. DZ-Bank-Studie: Irrationale Übertreibung beim Dax?
Finanzen100-30.03.2015
Würde der Dax auf 12.500 Punkte steigen, dann läge das KBV aber bei 2,7. Der historische Mittelwert beträgt laut der DZ Bank 1,73.

Ich denke ja auch, dass der DAX nicht mehr günstig ist. Aber der Artikel hat auch einen Fehler.
"Aktuell hat der DAX ein KBV von 1,9, bei einem DAX bei 12.500 Punkten würde das KBV 2,7 betragen." Dann müsste der Artikel bei einem DAX-Stand von 8.800 Punkten geschrieben worden sein!



Vorherige Analyse: http://daxtrend.blogspot.de/2015/01/aktienfonds-2015.html
Vorherige News: http://www.daxtrend.blogspot.de/2015/03/dax-fundamental-und-ein-paar-news-marz.html

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